franz josefs kai 3

Projekte 

2018



JOSE DÁVILA
A SIMPLE RULE TO REMEMBER


1. – 30. NOVEMBER 2018

ERÖFFNUNG
Mittwoch, 31. Oktober 2018, 19 Uhr

Der Künstler ist anwesend.
josedavila.mx

Kuratiert von Marlies Wirth


ÖFFNUNGSZEITEN:
Mo, Di, Do, Fr 12:00 bis 17:00 Uhr
Mi 12:00 bis 20:00 Uhr
(außer an Feiertagen)
SONDERÖFFNUNGSZEITEN & KURATORINNENFÜHRUNGEN:
Do, 1. November, 2018 17:00 bis 19:00 Uhr
Mi, 21. und Fr, 23. November 2018: Vienna Art Week 2018 „Promising Paradise“, Special
Project
jeden Mi 19:00 bis 20:00 Uhr
jeden Fr 17:00 bis 19:00 Uhr
Sa, So nach Terminvereinbarung
FINISSAGE:
Fr, 30. November 2018 – open till late!


„Mir gefällt der Gedanke, dass die Wissenschaft Poesie in sich birgt. Die Wissenschaft will grundlegende Fragen beantworten.“
Jose Dávila


Man könnte sagen, der Mensch habe die Welt aus freien Stücken aus dem Gleichgewicht gebracht; nun bedarf es unser aller ständiger Kraftanstrengung, um die fragile Balance unserer Gesellschaft wiederherzustellen und zu wahren. Das Zusammenwirken der gängigen Faktoren der physikalischen Gesetze wie Kraft, Masse, Beschleunigung, Reibung, Oberflächenspannung, Schwerkraft und Gleichgewicht sind empirisch wie wissenschaftlich bekannt. In den newtonschen Axiomen mathematisch beschrieben, kann der Zustand unterschiedlicher Körper zueinander mit einer einfachen Regel ermittelt werden:

„Wenn Objekt A eine Kraft auf Objekt B (actio) ausübt, dann muss Objekt B eine gleich große, aber entgegen gerichtete Kraft auf Objekt A ausüben (reactio).“

Für seine erste Einzelausstellung in Wien konzipiert der mexikanische Künstler Jose Dávila eine ortsspezifische Installation aus rezenten und speziell anlässlich der Ausstellung entstandenen Arbeiten entsprechend seiner langjährigen Praxis mit den Eigenschaften gegensätzlicher Materialien unter Ausschöpfung ihres politischen Potenzials.

Körper gleichen ihre Kräfte aus, um Stabilität zu schaffen. Um dem Risiko der Instabilität entgegenzuwirken und die kausal verkettete Sequenz von Aktion und Reaktion zeitlich zu unterbrechen, bringt Dávila seine Skulpturen in einen „unmöglichen Zustand“, jenen Moment, in dem alle Kräfte sich im vollkommenen Gleichgewicht befinden. Mit „Joint Effort“, oder mit vereinten Kräften, so der Titel einer Werkserie, lässt der Künstler die Materialien unter maximaler Kraftanstrengung „zusammenarbeiten“, und in Balance verharren. Unter dem Titel „The Act of Perseverance“, der Akt des Ausdauerns, wird die Newton'sche Schwerkraft herausgefordert und offenbart dabei die Beharrlichkeit der Materie.

Jose Dávila ermöglicht in seinen Arbeiten Paradoxien, wie das Zusammenwirken von Zerbrechlichkeit und Widerstand, Ruhe und Spannung, geometrischer Ordnung und zufälligem Chaos. Die Ausstellung „A Simple Rule to Remember“ nimmt damit nicht nur auf die Kräftewirkung von Material und Masse in Referenz auf die moderne Architektur- und Kunstgeschichte Bezug, sondern thematisiert auch das aus den Fugen geratene Gleichgewicht aktueller gesellschaftlicher, sozialer, politischer, ökologischer und ökonomischer Entwicklungen.


Jose Dávila ist ein autodidaktischer Künstler. Er studierte Architektur am Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Occidente (Guadalajara, MX).


Dropbox - Presseunterlagen und Ausstellungsansichten
Offizielle Emaileinladung







VIRTUAL VIRTUE

Ausstellung von Hong Zeiss und Michael Kral
Kuratiert von Gudrun Ingenthron

25 MAI. – 15. JUNI 2018

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 24. Mai 2018, 19 Uhr


Virtual Virtue ist eine Ausstellung über Malerei. Malerei jenseits von Malerei aber auch Malerei als Malerei selbst, als Medium, welches die Mittel ihrer eigenen Transzendenz bestimmt.

Der Titel deutet die Verbindung zwischen ‘virtue’ (Tugend) und Virtualität an, die nur auf den ersten Blick seltsam erscheint. In Anlehnung an die historischen Verbindungen von Virtuosität und der Hergestelltheit im Medium der Malerei besinnt sich die Ausstellung auf die Legitimität der Meisterschaft piktoraler Sprache, um das Netz semiologischer Verhältnisse von innen freizulegen, welches schon etymologisch im Übergang von ‘virtue’ (verbunden mit moralischen Werten und natürlichen Qualitäten) zu Virtualität als Essenz oder Effekt augenfällig wird.

Die Strategien, die von den beiden Malern gewählt wurden, sich diesem virtual virtue zu nähern sind verschieden. Während Hong Zeiss Ambiguität maximiert, um seine Bilder in Reflektionen über Singularität oder Serialität, Medium oder Format zu verwandeln, verweist Michael Kral auf eine (digitale) Bildproduktion, die ihre Hergestelltheit umgeht, um die (gegensätzliche) doppelte Eigenschaft von Malerei deutlich zu machen, als jenes Medium, das es gerade wegen seiner unbestreitbaren und unvermeidlichen Künstlichkeit erlaubt, beide Modi des virtue/virtual gleichzeitig anwesend sein zu lassen.

Der Ausstellungsraum und -kontext erzeugt ein dispositif (1), in welchem die idiosynkratischen piktoralen Übereinkünfte von Zeiss und Kral auseinandergenommen und anschließend wieder zusammengebaut werden. Dabei entstehen multidirektionale Kommunikationsmöglichkeiten, und in ihnen eingebettet neue Hypothesen durch serielle Verwandtschaften und/oder durch die Nachbarschaft einzelner Werke.

Ingenthrons Intervention für Virtual Virtue zeigt sich als eine Antwort auf den Dialog, die die Arbeiten von Hong Zeiss und Michael Kral vorschlagen, durch die Entwicklung des Konzepts der immanenten Kritik. Dieses Konzept, welches in Gesprächen mit den Künstlern entwickelt wurde, versucht Kritik innerhalb des künstlerischen Werks anzusiedeln und nicht jenseits davon. Das bedeutet, dass in der Natur der künstlerischen Arbeit immer die Möglichkeit von Selbstreflektion liegt, ihre Möglichkeiten und Unzulänglichkeiten, ihre Grenzen und Erweiterungen.

So gesehen lehnen die Malereien von Zeiss und Kral die gegenwärtige Versuchung einer “Revitalisierung” von Malerei ab, also einer Malerei, die auf eine Form piktoraler Produktion abzielt, um die Möglichkeiten von Malerei zu erneuern oder sogar deren Rolle und Gültigkeit inmitten inter- und transmedialer Kunstproduktion zu verteidigen. Anstatt die Tradition zugunsten eines Statements Richtung “zeitgenössisch” oder sogar “kritisch” zurückzuweisen, schreiben sich die Werke, die für Virtual Virtue ausgewählt wurden, bewusst in die Tradition ein, indem diese einer Neurahmung unterzogen wird. Ihre Annährerung an Malerei bleibt dabei auf ein Außen bezogen und in diesem Sinne auf eine Signifikanz, aus der ein Diskurs entsteht. Dieser Ansatz beruft sich mehr auf den Bereich des Begehrens als auf jenen des Sinnlichen.

(1) Als Dispositiv wird ein Arrangement verstanden, das sich vom französischen Wort dispositif ableitet und, genauso wie das portugiesische oder spanische dispositivo sich auf das lateinische dispositio bezieht - ein System in der westlichen klassischen Rhetorik für die Organisation von Argumenten.

Virtual Vitue Pressebilder (zip)






2017


Qualia

10. – 26. NOVEMBER 2017
MO–SA 11–19 Uhr

Eintritt frei

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 9. November 2017, 19 Uhr

Carl Andre, Kerstin Brätsch, Thomas Demand, Donald Judd, Craig Kauffman, Sol LeWitt, Robert Morris, Hans Schabus, Markus Schinwald, Kay Walkowiak

Kuratiert von Katarzyna Uszynska
Im Mittelpunkt der Ausstellung „Qualia“ am FRANZ JOSEFS KAI 3, welche Künstler zweier Generationen aus einer Wiener Privatsammlung zeigt, stehen unterschiedliche künstlerische Strategien zur Untersuchung des Phänomens der Wahrnehmung. Vorrangig geht es um Wahrnehmungsinteraktionen zwischen Künstler, Objekt und Betrachter sowie um das Verhältnis zwischen Medium und Realität. Manche der historischen Positionen der Ausstellung, die, unter anderem, der Tendenz der Minimal Art zugeordnet werden, wie Donald Judd, Carl Andre und Sol LeWitt, entwickeln in Auseinandersetzung mit dem Abstrakten Expressionismus und dessen performativen Elementen ihre Material– und Raumkonzepte. In Robert Morris’ Arbeiten hingegen zeigt sich sein behändes Jonglieren mit dem Verhältnis von Körper und Raum. Craig Kauffman, welcher zu der Gruppe um die Ferus Gallery aus LA gehörte, widmet sich der Frage der Wahrnehmung psychologischer und physikalischer Eigenschaften des Materials. Ging es in den 60er und 70er Jahren um die Untersuchung der Qualitäten künstlerischer Medien (von Material, Farben, Tönen und Formen) und deren Wahrnehmungsqualitäten sowie um Fragen des Werks als Interaktionsprozess, so widmet sich die gegenübergestellte, jüngere Generation – Hans Schabus, Markus Schinwald, Thomas Demand und Kay Walkowiak – der Analyse der Selbstwahrnehmung und der Untersuchung des psychischen und physischen Umfeldes der Produktion von Kunst und deren Wahrnehmung. Gemeinsam ist den Künstlern das Interesse am Kunstwerk als Katalysator von Wahrnehmungsprozessen: Kunst kann Wahrnehmung anstoßen und gleichzeitig Wahrnehmungskonventionen hinterfragen.

Gegenstand der gezeigten Positionen ist die Wahrnehmung des Realen in Opposition zu der gedanklichen Verarbeitung des Wahrgenommenen, der Kognition. Qualia (lat. qualis „wie beschaffen“) sind die subjektiven Eigenschaften von Erfahrungen (körperliche Empfindungen, Gefühle, Emotionen). Die Wissenschaften sind methodisch an die Außenperspektive gebunden. Künstlerische Untersuchungen lassen hingegen eine Ahnung der Innenperspektive des Erlebens zu.

Pressebilder Qualia (zip)





2016



Der Sand aus den Uhren

3. bis 22. NOVEMBER 2016
TÄGL. 11–18 Uhr

Eintritt frei

ERÖFFNUNG
Mittwoch, 2. November 2016, 19 Uhr

Vom 3. bis 22. November 2016 findet im FRANZ JOSEFS KAI 3  das Projekt Der Sand aus den Uhren, kuratiert und programmiert von dem Dichter Benjamin Kaufmann, statt.



Veranstalterin des Projekts ist die  LICRA – Ligue Internationale Contre le Racisme et l'Antisémitisme – Österreich. Internationale Liga gegen Rassismus und Antisemitismus.


Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf Paul Celans erste, wieder zurückgezogene Publikation Der Sand aus den Urnen von 1948. Es war vor allem Celans Schreiben, das Adorno dazu brachte, seine These nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben sei barbarisch, zu präzisieren beziehungsweise Missverständnisse, die sie nach sich zog, aufzuklären. Angesichts der Tatsache, dass die Grenze des existenziellen Schreckens überschritten ist, das Menschsein also vernichtet, kann jedes Feilen an sprachlichen Formulierungen nur noch obszön wirken. Noch die unscheinbarste Anstrengung eines Stil finden Wollens ist also von Adornos berühmten Diktum affiziert. Dabei darf nicht vergessen werden, dass dieses ganz am Ende seines Aufsatzes Kulturkritik und Gesellschaft steht, in dem die Unmöglichkeit aufgezeigt wird, dass sich Kulturkritik als gesellschaftliche Funktion von der Abhängigkeit von dieser und der mit ihr einhergehenden Korruption befreit. Nicht nur Wortspiel, sondern jede Art von Kunstgenuss kann hier unter Gedicht subsumiert werden.



Im Rahmen von Der Sand aus den Uhren rezipieren die BesucherInnen eine Reihe von Werken aus den Bereichen der Musik und der Bildenden Kunst, die zunächst disparat erscheinen und erst durch ihr Verhältnis zueinander ihre Bedrohlichkeit entfalten. Sie alle befassen sich assoziativ mit dem Grauen der Shoah, bleiben dabei häufig zunächst vage, auf den ersten Blick für manche gar harmlos.



„Die Vergangenheit ist nicht vergangen. Der Sand aus den Uhren untersucht die zeitlichen Begriffe Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und legt sie übereinander. Der verbreitete Begriff eines linearen Zeitverlaufs wird infrage gestellt. Unverheilte Wunden, aktuelles Leid und Bedrohung werden durch die Erinnerung als Teil der Gegenwart begriffen und nicht in drei unterschiedliche Zeitsysteme aufgeteilt. Doch auch die Brüchigkeit und Fragilität der Erinnerung sind Gegenstand der Verhandlung. 
Nach den religiösen Verboten und Kants Besprechung des Ikonoklasmus haben die Schrecken des 20. Jahrhunderts die Abbildbarkeit selbst und die althergebrachten Verfahren aller Künste infrage gestellt. Diese Erschütterung und ihre unterschiedlichen Auswirkungen in Musik und Bild werden besprochen. Denn die Bildlosigkeit angesichts des Unabbildbaren schreibt die Demut vor den Toten vor, Sprachlosigkeit angesichts des Unbesprechbaren aber würde sie verraten. 
Die Ausstellung schärft durch ihren Aufbau Aufmerksamkeit und Sensibilität der Betrachter für Sprache, Zeichen, Formen und Muster, die im Alltag allgegenwärtig sind, deren grauenhafte Rückseite aber, in die die Geschichte hineingeblutet hat, allzu oft übersehen oder übergangen wird.“ (Benjamin Kaufmann)


LYRIK

Im Rahmen der Eröffnung am Mittwoch, dem 2. November 2016 um 19 Uhr wird Benjamin Kaufmanns Gedichtzyklus In dieser Sprache, verlegt von Bernhard Cella im Salon für Kunstbuch, vorgestellt. In dieser Sprache untersucht, wie sich Bedeutung in der deutschen Sprache durch die Shoah verschoben hat. Die Kürzestgedichte von einem bis zehn Wörtern, die alle wenigstens auf zweierlei, häufig aber noch mehr Arten gelesen werden können, sind mehr Objets trouvés der Sprache als Dichtung im herkömmlichen Sinn. 




AUSSTELLUNG

Wenn die Rede vom Schweigen nur noch pathetisch und hohl tönt, so kann sich Kunst, die sich dem Erinnern an das Grauen, das aus gesellschaftlichem Versagen resultierte, widmen will, nur dadurch retten, dass sie als Intervention die kritische Funktion zu übernehmen sucht, die den sprachlichen Repräsentationen der Kulturkritik durch die gesellschaftliche Vereinnahmung unmöglich gemacht wird. Daraus, nämlich dass sowohl Genuss als auch Verstehen unter Verdacht stehen, erklärt sich der Minimalismus, die Schärfe und Reduktion der eingesetzten Mittel, die sich der Aussage verweigern. Nur der Form nach handelt es sich in Etti Abergels Arbeit Variations on Happiness (2006–2012) um weiß getünchte, notdürftige Fußbekleidung Vieler, die kontrapunktisch zum Titel die von ihr symbolisierte Leere durch die sinnlose Zentrierung als Zusammenstehen der Abwesenden noch unterstreicht. Nicht nur diese, jede interpretative Assoziation, etwa das Weiß mit südlichen Gräbern, muss in Scham enden, weil sie im Vergleich zum Anspruch des Gezeigten dem Banalen zu nahe kommt. Mit dem mehr Wollen, als da steht, muss die Interpretation dem Missverständnis ins Messer laufen, sei es bei der Brandspur in Judith Fegerls Cauter (2016), dem verblassenden Raster in Miriam Jonas Fokus (2014) oder den sich verjüngenden Schichtungen von Martin Creeds Arbeit . Mit Mark Melvins zwischen Forget und Remember wechselnder Uhr Time Piece (Bury Your Head in the Sand or Bury the Sand in Your Head) (2013/2014), den dunklen, ausfransenden Umrissen von Fritz Panzers Milchpackerl (2011)mit UBIKs weißer, ihre Bezeichnung tragender Memorial Plaque (2012–2013) und Ariel Schlesingers aus gedrehten Scherben gefügter Inside out urn (2013) wird zwar das Erinnern als Erinnern direkter angesprochen, aber für die Betrachtenden zugleich offen gelassen. Erst die Arbeit des Atelier van Lieshout CallCenter – Showerunit – Life Size (2008) stellt einen Bezug her, dem sich niemand, der die Unheilsgeschichte nicht ausblendet, entziehen kann, sodass ihr Realismus umso krasser jeglichen Versuch, sich an der Ästhetik zu ergötzen, scheitern lässt.




MUSIK
Am Freitag, den 11. November 2016 um 22 Uhr findet als Teil der Projektes im FRANZ JOSEFS KAI 3 eine Klavierperformance von Marino Formenti statt und am Dienstag, den 15. November 2016 um 20 Uhr ein Konzert mit dem Klangforum Wien.



Freitag, den 11. November 2016, 22 Uhr
Klavierperformance 
Marino Formenti, Voicelessness (2016) 

Marino Formenti ist Pianist und Dirigent. Nach Erfolgen auf der Bühne zunächst als Mitglied des Klangforum Wien, später als Solist (Salzburger Festspiele, Lucerne Festival, Teatro alla Scala) und hymnischer Kritik „Glen Gould des 21. Jahrhunderts“ (LA Times) widmet er sich in den letzten Jahren mehr und mehr eigenen Performances. In diesen spielt er für eine Person, spielt 24 Stunden am Stück, oder spielt, isst und schläft für zwei Wochen in einem immer einsehbaren Raum. Für Der Sand aus den Uhren kreiert Formenti mit Voicelessness eine neue Performance.



Dienstag, den 15. November 2016, 20 Uhr 
Helmut Lachenmann, Gran Torso (1972)

Die Uraufführung von Gran Torso war eine kleine Revolution, die alle Erwartungen an die vermeintlich konservativste Besetzung brach. Ein Streichquartett, das ohne klassische Spieltechnik auskommt, mühsam wird gekratzt, gezogen, gedrückt, gesägt, geschlagen und doch entfaltet sich eine klare, lebhafte, Melodie, die von dem gespielten ebenso sehr bestimmt wird wie von dem Ungespielten, den Leerstellen, um das das Quartett herumschleicht. Zart, aber bestimmt wird hier eine neue Sprache ertastet die seither längst kanonisch geworden ist.



Michael Denhoff, Atemwende (1987) 

Michael Denhoffs Zyklus Atemwende, aus dem einige Auszüge gespielt werden, ist eine sehr intime und offene Auseinandersetzung mit dem Werk von Paul Celan. Fern von manch bekannten Versuchen einer Nachdichtung oder Vertonung, lässt sich Denhoff auf die Ästhetik Celans ein und entwickelt aus ihr heraus ein eigenes Werk, dunkel, aber nicht düster, gespickt mit Metaphern und Verweisen. Den Formalismus der unmittelbaren Vorgänger-Generation ablehnend, enstand ein Stück das sich eher an die großen Klavier Werke von Nancarrow, Satie oder Schubert anlehnt.



Peter Ablinger, Wachstum und Massenmord (2010) 

Ein Stück für „Titel, Streichquartett und Programmnote“. Ablinger betont in seinen Notizen zum Werk, dass Titel und Programmnote, eine Inuit-Fabel über die Herkunft des weißen Mannes, keineswegs komplimentär zu verstehen sondern integraler Bestandteil des Stücks sind. Die Spielenden sehen die Noten in der Aufführungssituation zum ersten Mal. Die erste Probe ist die Aufführung. Versuch und Scheitern sind hier offensichtlich ein wichtiges Moment, zugleich aber wird in der Tradition von Cage auf die beiläufigen Geräusche verwiesen – das verrücken von Stühlen etwa, oder das Gespräch zwischen den Musikern.

Klangforum Wien

Das 1985 von Beat Furrer gegründete Klangforum Wien zählt zu den bedeutendsten Ensembles für Neue Musik. Es ist regelmäßig zu Gast bei bedeutenden Festivals wie den Salzburger Festspielen, Lucerne Festival und der Biennale di Venezia und den wichtigsten Foren Neuer Musik wie den Donaueschinger Musiktagen, den Wittener Tagen Neuer Kammermusik und den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik.




PUBLIKATION
Ergänzend und dokumentierend zur Ausstellung erscheint im Frühjahr 2017 eine Publikation im Passagen Verlag. Benedikt Ledebur schreibt über das Projekt mit besonderem Blick auf das Erinnerungspotential in der Kunst. Die Philosophen Eva Geulen und Gerhard Scheit diskutieren über den Zeugen bei Agamben und Primo Levi und verhandeln die Frage der Implikationen bei dessen Zitierung durch Nicht-Zeugen. 
Benjamin Kaufmann verfasst ein ästhetisches Plädoyer für homokosmische, immanente, mimetische und nüchterne Kunst ohne Dispositio.




LICRA Österreich 

Die LICRA (Ligue internationale contre le racisme et l'antisémitisme) wurde 1927 als eine der ersten NGOs gegründet und hält Beobachterstatus bei UNO und OSZE. Nach 1945 begann die LICRA die Geschichte der Shoah aufzuarbeiten, setzte sich für die Nichtverjährung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein, klärte gegen Menschenverachtung auf und kämpfte für Antidiskriminierungs-gesetze. Im Februar 2001 wurde die Österreichische Sektion der LICRA gegründet. Zu ihren Tätigkeiten zählen Publikationen (u.a. MÄRZ. Literatur und Gedachtnis. März 1938.), Symposien (u.a. Frauen im Widerstand gemeinsam mit dem UNHCR) und Diskussionsabende (zuletzt Über Ungarn Sprechen u.a. mit Ágnes Heller) und Ausstellungen (zuletzt Georg Gelernter mit angeschlossener Vortragsreihe zu Georg Chaimowicz u.a. mit Robert Schindel.) 
Information:
M+43 676 78 37 307
licra@baknet.org


Informationen zur Ausstellung 
Benjamin Kaufmann
M +43 680 11 46 757
bakaufmann@baknet.org

Presse         
Christina Werner
w.hoch.2wei. Kulturelles Projektmanagment
Neulinggasse 19 / Top 22, 1030 Wien
T +43 1 524 96 46 – 22
werner@kunstnet.at






WHERE ARE WE NOW?
Raumproduktion, territoriale Grenzen, Migration und transnationale
Fluchtbewegungen in der bildenden Kunst





10. JUNI – 3. JULI 2016
TÄGL. 11–20 Uhr

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 9. Juni 2016, 18 Uhr

KURATORENFÜHRUNG
jeden Donnerstag, 18 Uhr
 
BUCHPRÄSENTATION
Unlimited History
Ramesch Daha (Ed.), Revolver Berlin
Dienstag, 28. Juni 2016, 19 Uhr


(Wien, 20. Mai 2016) Wohin bewegen die demokratischen Gesellschaften sich aktuell? Was bedeutet die Vorstellung von Raum, von Territorium, wenn die Politik der Zäune und Grenzziehungen sich als fortwährendes Thema in den Alltag einzuschreiben beginnt? Bahnt sich nicht eine Groteske an, wenn mit den Bestrebungen zu wirtschaftlicher Globalisierung und Ausweitung gleichzeitig die Tendenzen zur Abschottung zunehmen?

Die Ausstellung WHERE ARE WE NOW?, die vom 10. Juni bis 3. Juli 2016 im FRANZ JOSEFS KAI 3, 1010 Wien, zu sehen ist, verhandelt virulente Themen dieser Tage. Ihr Konzept entstand vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden humanitären und politischen Fragen angesichts der Herausforderung durch Asylsuchende sowie zunehmende Bewegungen weltweiter Migration. Jedoch wurde die Ausstellung WHERE ARE WE NOW?, an der international renommierte KünstlerInnen beteiligt sind, nicht Anlassbezogen entwickelt, sondern geht auf ein mehrjähriges Forschungsprojekt zurück.

Auf vielfältige Weise greifen KünstlerInnen unterschiedlicher Generationen aus der Russischen Föderation, aus Frankreich, Schweden, Österreich oder der Ukraine Fragen nach dem gegenwärtigen Status quo auf. Eigens für die Ausstellung erarbeitete Werke werden historischen Arbeiten gegenübergestellt. In ihrer Raumbezogenen Installation „I want to live where I сould be free“ erinnert die russische Künstlerin Masha Poluetkova an die unentwegt wachsende Zahl von Todesopfern auf den Routen der Migration. Tragisch auf die Gegenwart bezogen wirkt Peter Weibels „Europa(t)raum“ aus dem Jahr 1983. Nur auf dem Bildschirm eines Videomonitors stellt das Werk Europa dar, während es im realen Raum aus riesigen Messerklingen besteht, die mit blutig roter Farbe überzogen sind. Die Künstlerin Gabriele Sturm hingegen setzt ein Projekt fort, das an der Schnittstelle von Kulturgeschichte und Ökonomie angesiedelt ist und exotische Vögel als Handelsware in unterschiedlichen Medien darstellt. Ebenso werden neue fotografische Arbeiten der Künstlerin gezeigt, die entlang der Staatsgrenze im Gebiet von Spielfeld entstanden sind.

Das inhaltliche Spektrum der präsentierten Werke umfasst den Aspekt der Staatengründung in der bildenden Kunst als emanzipatorische, utopische Idee mit „Elgaland-Vagarland“ der schwedischen Musiker Carl Michael von Hausswolff und Leif Elggren und reicht mit der Aktion des mongolischen Künstlers Quin Ga bis in den performativen Bereich. Kritisch Bezug nehmend auf den „langen Marsch“ von Mao Zedong ließ der Künstler sich dessen Route als dauerhaftes Zeichen auf den Rücken tätowieren und wanderte diese ab. Zu sehen ist ein Video und und Serie von Fotoarbeiten. Mehrere  KünstlerInnen kommen aus dem Bereich der digitalen Kunst oder beziehen ihr Bildmaterial aus dem Internet, wie etwa Ruth Schnell mit ihren sozialkritischen Erkundungen an der mexikanischen Grenze.

Grundsätzlich begreift WHERE ARE WE NOW? den Ausstellungsraum als Ort der Wissensproduktion und der kritischen Auseinandersetzung. Das Projekt rückt jedoch keine These in den Vordergrund. Vielmehr stellt es visuell starke Positionen und teils sehr unterschiedliche Herangehensweisen von solchen KünstlerInnen einander gegenüber, die sich bereits über lange Strecken mit Fragen der visuellen Darstellung sozialer und geografischer Räume beschäftigen.


TEILNEHMENDE KÜNSTLERINNEN
Kader Attia (F)
Hubert Blanz (A)
Ramesch Daha (A)
Leif Elggren (SE)
Peter Fend (US)
Quin Ca (CHIN)
Dariusz Kowalski (POL)
Carl Michael v. Hausswolff (SE)
Masha Poluetkova (RU)
Gabriele Sturm (A)
Ruth Schnell (A)
Peter Weibel (A)
Kateryna Zavaloka
Dmytro Fedorenko (UA)


KURATOR
Roland Schöny
www.artfile.at

PRODUKTION   
Peter Hofstätter
 
PRODUKTIONSASSISTENZ
Matthias Alexander Makowsky





NOW/HERE




30. JAN – 21. FEB 2016
MO–FR 11–20 H

ERÖFFNUNG
Freitag, 29. Jänner 2016, 19–22 H


Anknüpfend an die Ausstellung „ELSEWHERE. Observations on Islands“ (2015) zur Betrachtung des „Insularen“ als Paradigma der Offenheit, der Pluralität und der relationalen Idee eines „Anderswo“, setzt sich die thematische Gruppenausstellung „NOW/HERE“ in einer vielschichtigen, ästhetisch verwobenen Fallstudie mit dem Begriff des Ephemeren auseinander.

Das Ephemere darf nicht vorschnell als das Gegenteil von Langlebigkeit und „Nachhaltigkeit“ beurteilt werden. Vielmehr ist es der Inbegriff der Kostbarkeit des einen bestimmten Moments und eine poetische Erinnerung daran, dass Unendlichkeit nur ein Konzept der mathematischen Wissenschaften ist. Per Definition wird der Begriff des „Ephemeren“ (im Englischen auch „Evanescence“) mit folgendem Beispielsatz erklärt: „die Flüchtigkeit von Dampf, eines Traums, der irdischen Pflanzen oder der Hoffnung“.

Die Ausstellung berührt die Vorstellung von Wert in einer beschleunigten Gesellschaft, die den Augenblick konsumiert und ebenso schnell wieder vergisst, während jeder Schritt auf dem Weg im digitalen Archiv des Internet konserviert wird. Die Werteverschiebung geht unsichtbar von statten, wie die Spuren, die wir hinterlassen, während wir uns durch Raum und Zeit bewegen. Ressourcen verbrennen asynchron und erinnern stets an die Vergänglichkeit, ihre Bedeutung und ihre Folgen. Es passiert „Hier“ und „Jetzt“, und nirgendwo anders.


KÜNSTLERINNEN
Andy Boot (AUS/AT)
Marilia Furman (BR)
Flora Hauser (AT)
Raphael Hefti (CH)
Alicja Kwade (DE)
Lisa Oppenheim (USA)
Sarah Pichlkostner (AT)
Lucia Elena Prusa (DE/AT)
Fred Sandback (USA)
Max Schaffer (CL/DE)
Sarah Schönfeld (DE)
Daniel Steegmann Mangrané (ES/BR)
Iris Touliatou (GR)


KURATORIN
Marlies Wirth

KONZEPT
Marlies Wirth und Andreas Duscha

Die Ausstellung wird unterstützt durch das Österreichische Bundeskanzleramt.


PERSONAL TOURS 

MI 19–21 H und SAT 17–19 H

FINISSAGE
SA 20. FEB 2016, 17–19 H


AUSSTELLUNG
30. JAN – 21. FEB 2016
MO–FR 11 – 20 H

ERÖFFNUNG
FR 29. JAN 2016, 19–22 H

ORT
Franz-Josefs-Kai 3, 1010 Wien


PRESSEMATERIAL
http://www.dropbox.com/sh/a0u0...

PRESSESPIEGEL
review "PARNASS" online:
http://www.parnass.at/aktuelle...

review "der standard" online/print:
http://derstandard.at/2000031...

review "wiener zeitung" online/print:
http://www.wienerzeitung.at/na...

review "kurier" online/print:
http://kurier.at/kultur/kunst...

falter "beste ausstellung der woche"/platz 1 / 10.2.2016 &
review "falter" online/print:
http://www.falter.at/archiv/FA...

blog feature "a raw tip":
http://arawtip.blogspot.co.at...

blog feature "daily lazy":
http://daily-lazy.blogspot.co...






Projekte 2015


YOUNG AMERICANS



im Rahmen der VIENNAARTWEEK
16. bis 30. November 2015

ÖFFNUNGSZEITEN
MO–FR 10–20 Uhr, SA+SO 12–18 Uhr

ERÖFFNUNG
16.11. 2015, 17 Uhr


Mit Blick auf den schnellen Wandel unserer Zeit, auf Internet und Neue Medien versammelt die Ausstellung Werke von acht Vertretern der jüngeren US-amerikanischen Künstlergeneration. Als Digital Natives mit Bezug zum Post-Pop und Postminimalismus aufgewachsen, zeigen sie ihre Vorstellungen von Installation, Fotografie und Videokunst. Sie alle wenden – in unterschiedlicher künstlerischer Form – digitale Technologien an der Schwelle zur neuen Medienkunst an.

TEILNEHMER
Petra Cortright (geb. 1986)
Luis Gispert (geb. 1972)
Alex Ito (geb. 1991)
Ken Okiishi (geb. 1978)
Timur Si-Qin (geb. 1984)
Carter Mull (geb. 1977)
Ryan Trecartin (geb. 1981)
Kaari Upson (geb. 1972)

KURATOR
Cornelis van Almsick

ORGANISATION
Irene Gludowacz

ORT
Franz-Josefs-Kai 3, 1010 Wien



PRESEEMELDUNGEN
KubaParis – Zeitschrift für junge Kunst
Ö1 Kultur
artnet news

AUSSTELLUNGSTEXT (englisch)
YA-Text

WERKLISTE
YA-Werkliste

LEBENSLÄUFE
YA-CVs

PRESSEMATERIAL DOWNLOAD
http://we.tl/6b4RZtRBC0
Bitte immer auf die Angabe der Fotocredits achten!
Fotocredits






LIFTING THE CURTAIN. Central European Architectural Networks 



im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA)
9. April bis 5. Mai 2015
ERÖFFNUNG
8. 4. 2015, 19 Uhr

Die Ausstellung Lifting the Curtain. Central European Architectural Networks ist eine Kooperation von sechs Kunst- und Architekturinstitutionen aus Polen, Tschechien, Kroatien, Ungarn und Österreich. 2014 wurde sie mit großem Erfolg als Kollateral-Event im Rahmen der Architekturbiennale in Venedig gezeigt,. Als Wanderausstellung konzipiert, wird sie 2015 als erste Station nach der Biennale von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) im Angewandte Innovation Lab AIL der Universität für angewandte Kunst am Franz-Josefs-Kai 3 gezeigt.

Die Ausstellung zeigt, gegliedert in die sechs Kapitel Experimente / Experiments, Transfers, Forschung / Research, Begegnungen / Encounters, Kollektive / Collectives und Öffentlichkeiten / Publics, Fallbeispiele für grenzüberschreitende Zusammenarbeit vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Fall des Eisernen Vorhangs in Österreich, Ungarn, Polen, der ehemaligen Tschechoslowakei (heute Tschechische und Slowakische Republik), Slowenien, Kroatien, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro und Mazedonien (den Nachfolgestaaten Jugoslawiens), mit Bezügen und Kontinuitäten bis in die Gegenwart. Dabei geht es weniger um einzelne Architekten und Meisterwerke als vielmehr um die Nachzeichnung internationaler Netzwerke von Menschen, Ideen, Institutionen und Technologien.

Ein Schwerpunkt ist die auch durch Wissenstransfer ermöglichte Durchlässigkeit des "Eisernen Vorhangs"; für die sozialistischen Länder war dabei der Technologieexport der großen staatlichen Baubüros der Nachkriegsjahrzehnte zentral. Für Österreich ist ein Beispiel das persönliche Netzwerk von Adolf Loos, ein weiteres die Vernetzung von Josef Frank und seinen Studenten an der Kunstgewerbeschule, außerdem die von Carl Auböck und Roland Rainer mit amerikanischer Unterstützung konzipierte Fertighaussiedlung Veitingergasse und schließlich die Kontakte der Arbeitsgruppe 4 und der Österreichischen Gesellschaft für Architektur zur Tschechoslowakei, Bulgarien und der Sowjetunion in den 1960er Jahren. Eine gemeinsame Fallstudie aller beteiligten Länder befasst sich mit den Repäsentationen auf der Weltausstellung Brüssel 1958 – Österreich baute damals einen von Karl Schwanzer entworfenen Pavillon, das heute in Wien stehende 21er-Haus.

In ihrem Jubiläumsjahr knüpft die ÖGFA damit an ihre jahrzehntelange Beschäftigung mit der österreichischen Moderne im europäischen Kontext an. Von Beginn an machte sie sich um die Wiederentdeckung vertriebener ArchitektInnen verdient. So war 1965 die erste öffentliche ÖGFA-Veranstaltung die erste Ausstellung zu Josef Frank. Während des Kalten Krieges organisierte die ÖGFA jenseits parteipolitischer Vereinnahmung Exkursionen in Länder des Ostblocks und pflegte vielfältige Kontakte mit dortigen Fachleuten. Sie trug so selbst zur Überwindung politischer und kultureller Grenzen bei. In diesem Sinne möchte auch die Ausstellung sowohl die Architekturgeschichte Mitteleuropas neu betrachten als auch heutige Netzwerke beleben.

Das Projekt Lifting the Curtain. Central European Architectural Networks wurde initiiert vom Architekturnetzwerk TRACE, organisiert von der Polish Modern Art Foundation (PMAF) und kuratiert von Sarmen Beglarian (Polish Modern Art Foundation, Warschau), Piotr Bujas (TRACE), Igor Kovačević (CCEA, Prag), Iris Meder (ÖGFA, Wien), Maroje Mrduljaš (Platforma 9,81, Zagreb/Split) und Samu Szemerey (KÉK, Budapest).


Ausstellungsarchitektur: Małgorzata Kuciewicz, Monika Konrad, Simone de Iacobis
Ausstellungsgrafik: Jakub Jezierski
Organisation Wien: Iris Meder, Gabriele Ruff
Zur Ausstellung erscheint im Verlag müry salzmann ein Katalog in deutscher Sprache mit englischsprachigen Zusammenfassungen.

Redaktion und Herausgeberinnen: Iris Meder, Gabriele Ruff, Suzanne Kříženecký, Azra Charbonnier mit den kuratierenden Organisationen.
Grafische Gestaltung: Jakub Jezierski.

Mit Unterstützung von FRANZ JOSEFS KAI 3, dem AIL (Angewandte Innovation Lab) der Universität für angewandte Kunst, dem Bundeskanzleramt Österreich / Kunstsektion, dem Österreichischen Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres and der Kulturabteilung der Stadt Wien, Wissenschafts- und Forschungsförderung.

WEBSITES
http://www.oegfa.at
http://www.ce-arch.net

EINLADUNG
Einladung pdf


ORT
Franz-Josefs-Kai 3, 1010 Wien

ERÖFFNUNG
8. 4. 2015, 19 Uhr

LAUFZEIT
9. April bis 5. Mai 2015

ÖFFNUNGSZEITEN
Mo–Fr 11–20 Uhr, Sa 11–18 Uhr


BEGLEITVERANSTALTUNGEN
Kuratorinnenführung
Fr., 10. 4. 2015, 16 Uhr

Podiumsdiskussion Architekturnetzwerke in Mitteleuropa
Do., 23. 3. 2015, 18 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Architektur der Universität für angewandte Kunst und dem Angewandte Innovation Lab geht die ÖGFA der Frage nach, welchen Stellenwert Architekturnetzwerke in Mitteleuropa im Verlauf des 20. Jahrhunderts hatten, gegenwärtig haben und in Zukunft haben werden.
Einführung: Matthias Boeckl
Moderation: Iris Meder
Podium: Marie-Therese Harnoncourt, Friedrich Kurrent, Kristina Schinegger, Jan Tabor






ELSEWHERE. OBSERVATIONS ON ISLANDS 




17. Januar bis 15. Februar 2015


MO–FR 11:00–20:00 Uhr

ERÖFFNUNG:
Freitag, 16. Januar 2015, 19:00 Uhr

FÜHRUNGEN und TALKS:
MI 19:00-21:00 Uhr und SA 17:00-19:00 Uhr
Weitere Termine nach persönlicher Vereinbarung

ARTIST TALK und FINISSAGE: 


Samstag, 14. Februar 2015, 17:00 Uhr

Andreas Duscha
In Kooperation mit Fink & Kotzian Weinbau
feat. der schweizer
ELSEWHERE-finissage pdf


BILDMATERIAL und AUSSTELLUNGSTEXTE zum Download

PRESSE
daily lazy
derstandard pdf
artmagazine pdf
wienerzeitung pdf
falter pdf



I have been here before, but when or how I cannot tell *



Bei dem Versuch das „Inselhafte“ der Insel zu beschreiben wird meist die Gesamtheit kultureller Inselvorstellungen geradezu klischeehaft vereint. Von einer konkreten geografischen Verortung befreit wird die Idee der Insel zur Projektionsfläche: ihre Isolation bewirkt eine Verunsicherung ihrer Wirklichkeit, in der temporären Überlagerung des Ersehnten mit der Realität liegt die Insel. Als gedachtes Eiland erscheint sie archaisch, anarchisch und wird zur Behauptung der eigenen Autarkie in einer immer vereinnahmender werdenden Welt. Als zeitlose Utopie ist die Insel Symbolort für Zivilisationskritik und trägt das Potenzial der Erneuerung, des Rückzugs und das Risiko des Scheiterns am Menschsein gleichermaßen in sich. Dabei bezieht sich die Insel doch immer auf ein anderes, ein reales oder gedachtes „Festland“, und wird gerade durch diese Polarität definiert: Das Insulare wird zu einem Paradigma der Offenheit, der Pluralität und der relationalen Idee eines „Anderswo“.

Die Gruppenausstellung ELSEWHERE. Observations on Islands inkludiert Arbeiten internationaler Künstler und Künstlerinnen verschiedener Generationen. Die Ausstellung ist als Exposé einer Studie über Insularität und ihre mannigfaltigen Manifestationen im kulturellen Inselimago konzipiert: Eine erste, subjektive Betrachtung als heterogene wie vielschichtig verwobene Zusammenschau möglicher Inseln.



Julieta Aranda (MEX)
Tacita Dean (UK)
Edith Dekyndt (BE)
Andreas Duscha (DE)
Ane Mette Hol (NO)
Rodney Graham (CAN)
Sven Johne (DE)
Adrien Missika (FR)
Thomas Mulcaire (ZA)

Christodoulos Panayiotou (CY)
Björn Segschneider (DE)
Christoph Weber (AT)
Seth Weiner (USA)

Kuratorin: Marlies Wirth

Konzept: Marlies Wirth und Andreas Duscha

Das Plakat (ed. 75) wurde anlässlich der Ausstellung von dem Künstler Andreas Duscha gestaltet. Durch die Technik – Cyanotypie und Siebdruck – ist jede Arbeit ein Unikat, das die Ausstellungsthematik über Form und Inhalt reflektiert.

Grafik: Jürgen Bauer


* I have been here before,

But when or how I cannot tell:

I know the grass beyond the door,

The sweet keen smell,

The sighing sound,
the lights around the 
shore.





aus: Dante Gabriel Rossetti

zitiert von Jorge Luis Borges im Prolog zu Morels Erfindung (1940) von Adolfo Bioy Casaress


Besonderer Dank an: 



FRANZ JOSEFS KAI 3 www.franzjosefskai3.com

Foto Leutner www.fotoleutner.at

Viennaprint www.viennaprint.at

AIL – Angewandte Innovation Laboratory www.ailab.at

BAWAG P.S.K. Contemporary www.bawagpsk.com

Kunsttrans www.kunsttrans.com

Weingut Bründlmayer www.bruendlmayer.com

Wittmann www.wittmann.at

Mexikanische Botschaft in Österreich http://embamex.sre.gob.mx/aust...

und allen Leihgebern


Friedrich Christian Flick Collection, Berlin 

Privatsammlungen, Berlin 

Privatsammlung, Brüssel






Projekte 2014


A DIFFERENT ORDER
NANDITA RAMAN, KAY WALKWIAK


18. bis 29. November 2014 
DI–SO, 14:00–19:00 Uhr

ERÖFFNUNG
Montag, 17. November 2014, 19:00 Uhr                                                                                                                                                                  
Ausgangspunkt der Ausstellung bilden zwei in Indien verortete unterschiedliche Denk- und Raumkonstruktionen: Die in den 1950er Jahren unter Le Corbusier erbaute, in ihrem Ansatz utopische, westlich-modernistische Planstadt Chandigarh; und die alle zwölf Jahre in Allahabad abgehaltene Maha Kumbh Mela, die mit ihren vierzig Millionen Pilgern als größte menschliche Versammlung gilt. In neuen skulpturalen, filmischen und fotografischen Arbeiten setzen sich Nandita Raman und Kay Walkowiak mit unterschiedlichen Aspekten dieser realen Orte utopischen Charakters auseinander. Dem Topos der gescheiterten Utopie wird ebenso nachgegangen wie dem Phänomen der unstillbaren Sehnsucht nach dem Ort jenseits aller Orte. Nicht zuletzt geht es um die Frage der Übersetzung jenes Nicht-Ortes, der als Ort der Potenzialität unsere Wunschmaschinen nährt und am Laufen hält.
Kuratiert von Cornelis van Almsick

ARTIST TALK (auf Englisch)
Jade Niklai mit Nandita Raman und Kay Walkowiak
Freitag, 21. November 2014, 19:00 Uhr

LECTURE
Arno Böhler (auf Deutsch)
Samstag, 22. November 2014, 16:00 Uhr



KORRELATION
Kuratiert von Eva Maria Stadler und Brigitte Felderer.

Mit Henning Bohl, Ernst Caramelle, Nikolaus Gansterer, Brigitte Kowanz, Dorit Margreiter/Anette Baldauf, Oswald Oberhuber, Niki Passath, Lukas Posch, Johannes Porsch ft. Tanja Widmann, Florian Pumhösl, Nicole Six & Paul Petritsch, Constanze Schweiger, Peter Weibel, Anna Zwingl

21. Oktober bis 13. November 2014
Eröffnung Montag, 20.Oktober 19:00 Uhr gemeinsam mit
Eröffnung ANGEWANDTE INNOVATION LAB (AIL)
 
Programm
Empfang (Marcel Mohab & Georg Klüver-Pfandtner)
Begrüßungsworte von Rektor Gerald Bast, Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Mailath-Pokorny 
Eröffnung der Ausstellung „Korrelation“ von Eva Maria Stadler und Brigitte Felderer
Gespräche in der AIL Lounge unter der Moderation von Susanne Pöchacker
Team Tool Time (Paul Divjak & Wolfgang Schlögl)
maschek.redet.drüber

AIL ist eine offene Plattform für den unkonventionellen Austausch von ExpertInnen aus Kunst, Design, Wissenschaften, Wirtschaft und Technologie. 




EXPECT THE UNEXPECTED
Diskussion im AIL - Angewandte Innovation Lab
oratory
am Freitag, 3. Oktober 2014 um 11:00 Uhr 
im FRANZ JOSEFS KAI 3, 1010 Wien

Überraschung! Glück oder Unglück? Auf jeden Fall ist Neues überraschend; doch was hier neu, ist für dort völlig uninteressant. Innovation ist nicht absolut. Daher sei einmal nach konkreten Vorstellungen vom Neuen gefragt, und jeweils seiner Bedeutung im gesellschaftlich Allgemeinen. Was ist in den unterschiedlichen Bereichen, als neu und innovativ zu verstehen? Lohnt der Entwurf einer Ökonomie des Neuen? Geht es um schneller, höher, weiter und neuer? Geht es immer darum origineller zu sein, was ist der Preis? Kurz, ist Innovation ein verklausulierter Begriff für einen Wettbewerb, an dem man eventuell gar nicht teilhaben möchte? Ja, Wissenschafts- und Kunstprozesse sind eingebettet in Interessen und Erwartungen, aber macht deren Erfüllung sodann den sogenannten „Erfolg“ aus? Was sind die Alternativen, kann man das Unerwartete erwarten? Besinnung, Entsagung, Rückzug? Konzentration? Zerstreuung? Geht es eventuell gerade deshalb um die Schaffung eines neuen Entfaltungsraumes, so offen wie möglich so eng wie nötig? Lassen wir uns (noch) überraschen, gehen wir das Risiko der Innovation ein, erwarten wir das Unerwartete.

Diskussionsgäste

Gerald Bast, Rektor Universität für angewandte Kunst
Alan Scott, Vizepräsident FWF, Professor Universität Innsbruck

Peter Weibel, Professor Universität für angewandte Kunst, Vorstand ZKM

Virgil Widrich, Professor Universität für angewandte Kunst 

Anton Zeilinger, Präsident Österreichische Akademie der Wissenschaften
Moderation: Renata Schmidtkunz



LET’S MINGLE! 
13. September bis 5. Oktober 2014
Gruppenausstellung mit Anna-Sophie Berger, Adrian Buschmann, Flora Hauser, Michi Lukas, Thea Moeller, Josip Novosel, Hanna Putz, Rosa Rendl, Chris Rosa, Alex Ruthner und Lilli Thiessen.
Kuratoren: Martin Guttmann und The Perpetual Experts
Eröffnung: Freitag, 12. September, 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: DI–SA, 12:00–20:00 Uhr

Link:
http://www.anaberlin.com/wp/20...


Lawrence Weiner
IMPEDED TIME

2012
Cat. #1065
Language and material referred to
Juli und August 2014

Lawrence Weiner (geb. 1942 Bronx, NY) ist der führende Vertreter der Konzeptkunst. Sein künstlerisches Material ist Sprache. Er hat damit den Skulpturenbegriff seit den 1960er Jahren wesentlich erweitert.

Links:
http://www.stedelijk.nl/en/exh...
http://www.tate.org.uk/art/art...
http://whitney.org/Exhibition...



PHILADELPHIA CONNECTION »AN OCEAN IN BETWEEN THE WAVES«
Young Art Positions des Penn MFA Program 2012—14

28. Mai bis 25. Juni 2014
Kurator: Roland Schöny, Wien
Pressekonferenz: Montag, 26. Mai 2014, 10.30 Uhr
Eröffnung: Dienstag, 27. Mai 2014, 18:00–22:00 Uhr
Öffnungszeiten: MO–SA, 14:00–20:00 Uhr
(Geschlossen am Pfingstmontag)

Link:
http://www.pennmfathesis.com



MONIKA GRZYMALA – Meander; Morph, Volumen II
11. April 2014 bis 17. Mai 2014
Kurator: Markus Peichl / Galerie Crone, Berlin
Eröffnung: 10. April, 19.00–21.30 Uhr
Öffnungszeiten: DI–SA, 13.00–20.00 Uhr

Link:
http://www.moma.org/explore/mu...



ALT JETZT NEU: ARCHITEKTURTAGE WIEN
16. Mai 2014 bis 17. Mai 2014
Organisatorinnen: Gabriele Ruff und Iris Meder, Wien

Links:
http://www.oegfa.at
http://www.architekturtage.at



HUGO CANOILAS + JANNIS VARELAS
15. März 2014 bis 1. April 2014
Kuratorin: Katharina Schendl, Wien
Eröffnung: 14. März, 19.00 Uhr



DIE EIGENHEIT DER DINGE
22. Februar 2014 bis 9. März 2014
Julius von Bismarck, Benjamin Hirte, Birgit Megerle, Valentin Ruhry, Kay Walkowiak,
Marcin Zarzeka
Kurator: Cornelis van Almsick, Wien
Eröffnung: 21. Februar, 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: DI–SA, 15:00 bis 20:00 Uhr

Link:
http://vanalmsick.at/



BRÜDER SCHWADRON – A Call to Mind
8. Januar 2014 bis 28. Januar 2014
Konzept: Tina Zickler; Photographien: Lisa Rastl

Link:
http://projekt-schwadron.at
Folgeausstellung 5.–30.11. 2014, MAK Forum, Stubenring 5, 1010 Wien






Projekte 2013


FRAGILE
EINE EXPERIMENTELLE ANNÄHERUNG AN EINE AUSSTELLUNG

28. November 2013 bis 15. Dezember 2013
BAWAG P.S.K. Contemporary in Zusammenarbeit mit EIKON
Konzept: Nela Eggenberger und Gregor Ecker, Wien

Link:
http://www.youtube.com/watch?v...



WOLFGANG LEHRNER: VIE CEE
21. November 2013 bis 24. November 2013
in Zusammenarbeit mit BAWAG P.S.K. Contemporary und FJK3
Kurator: Cornelis van Almsick, Wien

Links:
http://www.wolfganglehrner.com...
http://www.youtube.com/watch?v...






Ausstellungsgeschichte

BAWAG P.S.K. Contemporary