2018

JOSE DÁVILA
A SIMPLE RULE TO REMEMBER


1. – 30. NOVEMBER 2018

OPENING: WED, 31 OCTOBER 2018, 7 PM

The artist is present.
josedavila.mx

Curated by Marlies Wirth


OPENING HOURS:
Mon, Tue, Thu, Fri 12 to 5 pm
Wed 12 to 8 pm
(except holidays)
SPECIAL OPENING HOURS & CURATOR'S TOURS:
Thu, November 1, 2018 5 to 7 pm
Wed, November 21 and Fri, November 23, 2018: Vienna Art Week 2018 “Promising Paradise”,
Special Project
every Wed 7 to 8 pm
every Fri 5 to 7 pm
Sat, Sun by appointment
FINISSAGE:
Fri, Nov 30, 2018 – open til late!


“I'm very interested in the notion that there is poetry embedded in science, because science is trying to answer fundamental questions.”
Jose Dávila


One could say that humans have tipped the world out of balance voluntarily; joint effort is constantly in demand in order to reestablish and maintain the fragile balance of our society. The interaction of the common factors of physical laws such as force, mass, acceleration, friction, surface tension, gravity and equilibrium have been proven empirically and scientifically. Mathematically described in Newton's Laws, the state of different bodies in relation to each other can be determined by a simple rule:

“If object A exerts a force on object B (action), then object B must exert a force on object A, equal in magnitude but opposite in direction (reaction).”

For his first solo exhibition in Vienna, Mexican artist Jose Dávila conceived a site-specific installation consisting of recent works and works created especially for the exhibition, which correspond to his many years of practice exploiting the characteristics of opposing materials and their political potential.


Bodies balance their forces to create stability. In order to counteract the risk of instability and interrupt the causally linked sequence of action and reaction, Dávila brings his sculptures into an "impossible state", that moment in which all forces are in perfect equilibrium. With "Joint Effort", so the title of a series of works, the artist let the materials "work together" under maximum exertion to keep them in balance. Titled "The Act of Perseverance" another work subtly challenges Newton's law of gravity and reveals the persistence of all matter.

Dávila's works elaborate on paradoxes that permit the coexistence of frailty and resistance, rest and tension, geometric order and random chaos. With that, "A Simple Rule to Remember" not only refers to the force effect of material and mass in modern architecture and art history, but also addresses the out-of-joint balance and unsettling social, political, ecological, and economic developments of our time.


Jose Dávila is a self-taught artist. He studied architecture at the Instituto Tecnológico y de Estudios Superiores de Occidente (Guadalajara, MX).


Dropbox - press downloads and exhibition views
Official email invitation


 

 
VIRTUAL VIRTUE

Ausstellung von Hong Zeiss und Michael Kral
Kuratiert von Gudrun Ingenthron

25 MAI. – 15. JUNI 2018

ERÖFFNUNG
Donnerstag, 24. Mai 2018, 19 Uhr

Virtual Virtue ist eine Ausstellung über Malerei. Malerei jenseits von Malerei aber auch Malerei als Malerei selbst, als Medium, welches die Mittel ihrer eigenen Transzendenz bestimmt.

Der Titel deutet die Verbindung zwischen ‘virtue’ (Tugend) und Virtualität an, die nur auf den ersten Blick seltsam erscheint. In Anlehnung an die historischen Verbindungen von Virtuosität und der Hergestelltheit im Medium der Malerei besinnt sich die Ausstellung auf die Legitimität der Meisterschaft piktoraler Sprache, um das Netz semiologischer Verhältnisse von innen freizulegen, welches schon etymologisch im Übergang von ‘virtue’ (verbunden mit moralischen Werten und natürlichen Qualitäten) zu Virtualität als Essenz oder Effekt augenfällig wird.

Die Strategien, die von den beiden Malern gewählt wurden, sich diesem virtual virtue zu nähern sind verschieden. Während Hong Zeiss Ambiguität maximiert, um seine Bilder in Reflektionen über Singularität oder Serialität, Medium oder Format zu verwandeln, verweist Michael Kral auf eine (digitale) Bildproduktion, die ihre Hergestelltheit umgeht, um die (gegensätzliche) doppelte Eigenschaft von Malerei deutlich zu machen, als jenes Medium, das es gerade wegen seiner unbestreitbaren und unvermeidlichen Künstlichkeit erlaubt, beide Modi des virtue/virtual gleichzeitig anwesend sein zu lassen.

Der Ausstellungsraum und -kontext erzeugt ein dispositif (1), in welchem die idiosynkratischen piktoralen Übereinkünfte von Zeiss und Kral auseinandergenommen und anschließend wieder zusammengebaut werden. Dabei entstehen multidirektionale Kommunikationsmöglichkeiten, und in ihnen eingebettet neue Hypothesen durch serielle Verwandtschaften und/oder durch die Nachbarschaft einzelner Werke.

Ingenthrons Intervention für Virtual Virtue zeigt sich als eine Antwort auf den Dialog, die die Arbeiten von Hong Zeiss und Michael Kral vorschlagen, durch die Entwicklung des Konzepts der immanenten Kritik. Dieses Konzept, welches in Gesprächen mit den Künstlern entwickelt wurde, versucht Kritik innerhalb des künstlerischen Werks anzusiedeln und nicht jenseits davon. Das bedeutet, dass in der Natur der künstlerischen Arbeit immer die Möglichkeit von Selbstreflektion liegt, ihre Möglichkeiten und Unzulänglichkeiten, ihre Grenzen und Erweiterungen.

So gesehen lehnen die Malereien von Zeiss und Kral die gegenwärtige Versuchung einer “Revitalisierung” von Malerei ab, also einer Malerei, die auf eine Form piktoraler Produktion abzielt, um die Möglichkeiten von Malerei zu erneuern oder sogar deren Rolle und Gültigkeit inmitten inter- und transmedialer Kunstproduktion zu verteidigen. Anstatt die Tradition zugunsten eines Statements Richtung “zeitgenössisch” oder sogar “kritisch” zurückzuweisen, schreiben sich die Werke, die für Virtual Virtue ausgewählt wurden, bewusst in die Tradition ein, indem diese einer Neurahmung unterzogen wird. Ihre Annährerung an Malerei bleibt dabei auf ein Außen bezogen und in diesem Sinne auf eine Signifikanz, aus der ein Diskurs entsteht. Dieser Ansatz beruft sich mehr auf den Bereich des Begehrens als auf jenen des Sinnlichen.

(1) Als Dispositiv wird ein Arrangement verstanden, das sich vom französischen Wort dispositif ableitet und, genauso wie das portugiesische oder spanische dispositivo sich auf das lateinische dispositio bezieht - ein System in der westlichen klassischen Rhetorik für die Organisation von Argumenten.

Virtual Vitue Pressebilder (zip)